Ausbildungsdienst, 28.01.2026
Am Mittwoch trafen wir uns wieder zum wöchentlichen Ausbildungsdienst. Es stand das Thema Sicherungskette auf dem Ausbildungsplan. Wir teilten uns in drei Gruppen auf und besprachen zu erst den Aufbau der Sicherungskette und deren Einsatzgebiet. Im Anschluss besprachen wir die benötigten Knoten und wie man u.a. in einer Wohnung einen Festpunkt finden kann.
Nach dem Theoretischen ging es an das Praktische. So suchten wir uns einen fiktiven Festpunkt in der Fahrzeughalle und banden die erste Leine ein. Diese wurde mit dem Mastwurf und dem doppelten Spierenstich gebunden. Die zweite Variante war dann eine doppelte Acht ebenfalls mit einem doppelten Spierenstich gesichert. Als zweites wurde die Person gesichert, die die weitere Person sichert. Dazu behalfen wir uns mit dem Feuerwehrrückhaltegurt. Dieser wurde in die Leine mit einer doppelten Acht eingebunden. Für die zu sichernde Person wurde ein Halbmastwurf in die Öse des Feuerwehrrückhaltegurtes gebunden und die zu sichernde Person wurde mit dem Rettungsknoten (Palstek) eingebunden. Die Knoten wurden gelöst und wir hatten eine kurze Pause.
Nach der Pause wurde die Sicherungskette in einem Durchgang von zwei Kameraden gebunden und entsprechend eine zu sichernde Person eingebunden.
Auf einmal rief es durch die Fahrzeughalle "EINSATZ, PERSON IN WASSER". Da schrillten bei uns allen die Alarmglocken. Wir machten uns mit unseren beiden Löschgruppenfahrzeugen, dem Mehrzweckboot und dem Mannschaftstransportweg auf den Weg zur Einsatzstelle. Diese war zum Glück nicht weit entfernt. Es war das Hafenbecken des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Oder-Havel in der direkten Nachbarschaft zu unserem Gerätehaus. Dort sollte eine Person ins Eis eingebrochen sein. Die Besatzung der LF 20/16 leitete die Rettung der Person ein. Dazu kam die eben in der Ausbildung besprochene und geübte Sicherungskette gleich im Einsatzgeschehen zur Anwendung. Des Weiteren wurden zur Rettung der Person zwei Leiterteile der 4-teilige-Steckleiter verwendet um sich so auf der Eisfläche fortzubewegen. Eine Kameradin kümmerte sich in der Zwischenzeit mit Blickkontakt vom Ufer aus um die eingebrochene Person.
Die Person konnte erfolgreich gerettet werden.
Da es sich zum Glück nur um eine Übung handelte, baute die Besatzung der LF 16-Ts nachdem sie das Mehrzweckboot einsatzbereit in Stellung brachte, ebenfalls eine Sicherungskette auf und begab sich zur Rettung auf das Eis.
!!!ACHTUNG!!!
IN DIESEM ZUSAMMENHANG MÖCHTEN WIR EUCH DRINGEND DAVON ABRATEN EISFLÄCHEN ZU BETRETEN, DAMIT ES ZU SOLCHEN EINSÄTZEN NICHT IN DER REALITÄT KOMMT.
Zwar haben wir auch die Eisfläche betreten, allerdings waren unsere Kameradinnen und Kameraden mehrfach gesichert. Zum einem waren diese mit einer Feuerwehrleine und dem Rettungsknoten in einer Sicherungskette eingebunden. Zur weiteren Sicherung trugen die beiden Kameraden eine Schwimmweste. Das Eigengewicht der Kameraden wurde durch das Fortbewegen "auf allen Vieren" verteilt. Zusätzlich wurde das Eigengewicht durch das Fortbewegen auf den Leiterteilen auf eine größere Auflagefläche auf dem Eis verteilt.
Daher nochmal die Bitte an euch: BETRETET KEINE EISFLÄCHEN!!!
Nachdem die Person gerettet wurde, bauten wir die Gerätschaften wieder zurück. Es erfolgte im Gerätehaus eine Auswertung der Einsatzübung. Im Anschluss war für alle Dienstende.


